Geballtes Know-how: Manuela Sporbert und Jürgen Hammer laufen auf kleiner Fläche zu großer Form auf.

Kopfsteinpflaster, Stuckfassaden, über der Tür leuchtet noch der rote Schriftzug der Fleischerei, die hier seit 1936 betrieben wurde. Der soll auch bleiben über Berlins neuester Weinbar mitten im Kreuzberger Kiez, mit Weinladen und Feinkosttheke. Kuschelig ist es hier, gerade einmla acht Sitzplätze gibt es. Hinterm Tresen: absolutes Know-how. Das "Hammers" gehört Jürgen Hammer und Manuela Sporbert, beide zuvor lange Jahre in der "Weinbar Rutz".

"Wir wollten einfach selbst was machen, bescheiden, mit Liebe zum Detail", erklärt Manuela. Sie liebt Käse, er liebt Wein. Um beides gemeinsam zu erleben, bestellt man am besten "Hammers Tasting hoch 3" (12 Euro) und dazu "Hammers Degustations-Käse-Teller" (9,50 Euro). Beim "Tasting" werden jee Woche drei andere der 180 europäischen Gewächse vorgestellt, die es auch flaschenweise zu kaufen gibt - zu sehr fairen Preisen.

So kostet der 2006er Chardonnay Classic von Günther Schönberger 10,80 Euro und der Montfort Spätburgunder Rotsekt der Klostermühle Odernheim 12,50 Euro. Für 10 Euro Korkgeld kann jede Flache vor Ort geleert werden. Die meisten Wein macht Jürgen Hammer aber auch für ein, zwei Gläser auf, die offenen Weine (2 bis 5 Euro für 0,1 l) wechseln täglich.

Weinfach wunderbar sind die Käse, die Manuela Sporbert dazu arrangiert: schön gereifter Époisses, Vacherin Mont d'Or, Brique de Brebis. Mehrmals im Monat bieten die beiden ihre "Genuss-Seminare" an. und sobald die ersten Frühlings-Sonnenstrahlen da sind, werden Stühle und Tische auf den Kreuzberger Bürgersteig gestellt - zum Genießen und Leute gucken.

Stefan Elfenbein