Wein Mit Jürgen Hammer
Assamblage, Marriage, Cuvée: die Franzosen haben so wundervolle Worte für das Zusammenführen von verschiedenen Rebsorten oder Weinen. Bei uns klingt der Begriff Verschnitt immer gleich nach billiger Plörre. Leider in manchen Fällen zu Recht. Denkt man an ultrabillige Tropfen aus dem Supermarkt, liegt es auf der Hand, dass hier die Qualität kaum eine Rolle spielt. Hier werden Weine miteinander verschnitten, die preislich passen, um die Marke in einem bestimmten Marktsegment anzusiedeln. Die Cuvée dient hier nur dazu, Weine zusammenzukaufen und zu verscheiden, um überhaupt die benötigte Menge liefern zu können. Grundsätzlich allerdings ist der Verschnitt von verschiedenen Weinen oder Jahrgängen eine Ausbauweise mit großer Tradition. Rebsortenreine Weine wurden erst im 20. Jahrhundert populär, früher hat man meist die Rebsorten im Weinberg gemischt gepflanzt und alles zusammen gelesen, also quasi die Cuvée gleich im Weinberg gemacht! Klassische Weinstile, wie Sherry, Port oder Champagner wären ohne den Verschnitt von Rebsorten und Jahrgängen gar nicht vorstellbar. Ziel ist hier immer mehr Komplexität, Vielschichtigkeit und gleich bleibend hohe Qualität. Ähnliches gilt zum Beispiel auch für Cognac und Armagnac. In anderen Regionen, wie Bordeaux, spielt auch der Ausgleich jahrgangsbedingter Qualitätsschwankungen eine Rolle. Da die Hauptrebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc unterschiedliche Reifezeitpunkte haben, also nicht in jedem Jahr optimal ausreifen, kann man durch die Cuvée eine stabilere Qualität erreichen.
Jede Rebsorte hat einen eigenen Charakter, jeder Jahrgang. Eine gekonnte Komposition verleiht dem Wein mehr Facetten und Tiefenschärfe. Ein Winzer, dem die Qualität am Herzen liegt, hat mit der Cuvée ein tolles Instrument in der Hand. Er kann einen Weintyp kreieren, indem er Rebsorten, die gut zueinander passen, geschickt kombiniert und braucht nicht auf Chemie und komplizierte Tricks der Kellertechnik zurückgreifen.
Toll umgesetzt hat das Rainer Müller vom Weingut Max Müller I aus Volkach in Franken. Seine Cuvée 2006 "The Max white" aus 85 Prozent Silvaner und 15 Prozent Scheurebe ist fruchtig und erfrischend und passt optimal zur Küche des Frühlings. Der Silvaner bringt das kernige Gerüst, die Scheurebe sorgt für exotische Frucht und Frische. Eine super Kombination, die nicht nur gut zum Essen passt, sondern auch so Lust macht auf den nächsten Schluck.
Weingut Max Müller I
97332 Volkach
Tel. 0049 (0)9381-1218
Fax 0049 (0)9381-1690