Wein mit Jürgen Hammer

Die Geschichte der Lage und des Weingutes Oremus (zu deutsch: Lasset uns beten) reicht weit zurück - bis in das Jahr 1630. 1993 übernahm die spanische Weinlegende Vega Sicilia das Gut und gründete die Kellerei Tokaj-Oremus.
Obwohl der Tokajer zu den berühmtesten Weinen der Welt zählt, kennt sich heute leider kaum mehr jemand damit richtig aus.
Dabei strahlt diese mystische Region eine unglaubliche Faszination aus. Hier wurden bereits im 17. Jahrhundert wirklich große Süßweine erzeugt! Aber Kriege, Gebietsverluste, Reblausplage und der Kommunismus schickten den Weinbau in Tokaj wieder zurück ins finstere Mittelalter.
Nach dem Fall des Ostblocks machten sich einige Enthusiasten, darunter eben auch Vega Sicilia, daran, die edle Tradition fortzusetzen. Es lohnt sich: Das Anbaugebiet verfügt über verschiedene Besonderheiten, die die Weine einzigartig machen. Die Böden sind vulkanischen Ursprungs und im Schutz der Karpaten, begünstigt durch ausreichend Regen und Frühnebel im Herbst, gedeiht der Edelschimmel Botrytis cinerea ideal. Auch die Rebsorten sind besonders: Furmint bringt Säure und Eleganz, Hárslevelü die Cremigkeit und Dichte, Gelber Muskateller und Zéta die honigartige Süße.
Die traditionelle Art der Weinbereitung ist besonders spannend. Die Basis bildet der "Szamorodni", bei dem gesunde und edelfaule Beeren zusammen gelesen werden, der Anteil der Edelfäule muss aber 30-50 Prozent betragen. Der klassische Tokajer ist der "Aszú". Rosinierte Beeren werden separat gelesen und in verschiedenen Anteilen dem gärenden Most aus gesunden Trauben beigemischt, abgestuft von 3 bis 6 "Puttonyos". Die legendäre "Eszencia" wird aus dem Most erzeugt, der nur durch den Eigendruck der edelfaulen Beeren abtropft.
So entstehen Süßweine, die derart komplex und gleichzeitig frisch sind, dass man beim Genuss zwangsläufig eine Gänsehaut bekommt.
Für Weinfreunde, die mit botrytisgeprägten Weinen nichts anfangen können, gibt es den trockenen Tokajer. In der Lage Mandolás erzeugt die Kellerei einen trockenen, reinsortigen Furmint, der zu den besten Weißweinen Ungarns gehört und auch die Trockentrinker überzeugt. Der 2004 Mandolás Tokaji dry duftet verführerisch nach reifen, gelben Früchten und Gewürzen. Im Mund begeistert er neben seiner komplexen Art vor allem durch die erfrischend knackige Säure. Lasset uns beten, dass immer mehr Weinfreunde den Tokajer wieder ganz neu entdecken!
Bodegas y viñedos Tokaj-Oremus
Tel. +36 47384505
Fax. +36 47384504
E-Mail: oremus93@axelero.hu
www.tokajoremus.com