Wein
Von Jürgen Hammer
Die Haltung der Weinfreunde zu roséfarbenen Weinen ist unterschiedlich: Für die einen ist Rosé ein absolutes "no go", für andere der ideale Brotzeitwein und für wieder andere der gelungene Kompromiss zwischen Weiß- und Rotwein. Eine Sache muss man festhalten: Große Weine, im Sinne von Vielschichtigkeit und Tiefgang, werden im Bereich der rosa Leckerchen nicht erzeugt. Im besten Fall sind sie fruchtbetont, frisch und süffig - und tatsächlich optimale Begleiter für das sommerliche Barbecue oder Picknick.
Und sie sollten jung getrunken werden. Es gibt zwar gute Rosés, die 1-2 Jahre auf der Flasche halten - ob sie von dieser "Lagerung" allerdings profitieren, sei dahingestellt.
Erzeugen kann man die rosigen Tröpfchen auf verschiedene Weise. Bekannt aus Deutschland ist der Weißherbst, bei dem meist die Rebsorte mit genannt wird. Spätburgunder Weißherbst ist also ein Rosé bei dem die Rotweintauben einer einzigen Rebsorte, wie bei Weißwein, einfach nur gepresst werden. Daher auch die helle Farbe. Eine Besonderheit in Deutschland ist noch der Rotling, bei dem rote und weiße Trauben gemeinsam gekeltert werden.
International sind zwei Arten der Herstellung üblich. Entweder lässt man die Rotweinmaische maximal 2-3 Tage gären, bevor abgepresst wird, oder man verwendet die sogenannte Saignée-Methode, bei der dem gärenden Rotwein nach 12-48 Stunden ca. 10-15 Prozent des Mostes ohne Pressen entzogen werden. Diese Methode hat den schönen Nebeneffekt, dass der verbleibende Rotwein aufgrund des dann größeren Anteils an Schalen mehr Konzentration erhält.
Und dann wären da noch die Schaumweine. Bei den hochwertigen wird zuerst ein rosafarbener Wein erzeugt, der dann versektet wird, bei kommerzielleren Produkten werden Weiß- und Rotwein vermischt und dann in Schaumwein verwandelt. Das ist allerdings nur bei Schaumwein (auch Champagner!) erlaubt! Ein perfektes Beispiel für einen tollen Sommerdrink ist der 2006er Rosé QbA trocken vom Weingut Philipp Kuhn aus Laumersheim in der Nordpfalz, einem der ganz großen deutschen Winzertalente, der besonders mit seinen Rotweinen für Aufsehen sorgt. Aus Spätburgunder, Blaufränkisch und St. Laurent hat er nach der Saignée-Methode echten Trinkspaß auf die Flasche gebracht! Der Duft erinnert an Erdbeeren, im Mund zeigt er sich frisch mit tollem Trinkfluss. Die nächste Sommernachtsparty kann kommen!
Jürgen Hammer ist Chef-Sommelier der "Weinbar Rutz" in der Chausseestraße
Philipp Kuhn
Großkarlbacher Straße 20
67229 Laumersheim
Telefon: 06238 / 656
E-Mail: weingut-philipp-kuhn@gmx.de